Wieder duftet der Wald. Es hebt die schwebenden Lerchen mit sich dem Himmel empor, der unseren Schultern schwer war.

Zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war.

Aber nach langen, regnenden Nachmittagen kommen die goldübersonnten neueren Stunden....

...Dann wird es still, sogar der Regen geht leiser über der Steine dunklen Glanz.

Alle Geräusche ducken sich ganz in die glänzenden Knospen der Reiser.

( Rainer Maria Rilke 1875-1926)

 

Der Frühling ist da, schon fast ein wenig zu warm war es in den letzten Tagen. Die Sonne strahlte nur so vom Himmel und wir alle konnten Kraft tanken unseren "Akku " aufladen und genießen. Aber auch die Pflanzenwelt atmet so richtig auf, alles beginnt fast gleichzeitig zu wachsen und zu blühen. Wo man hinsieht und dies jeden Tag, entdeckt man etwas Neues. Hier ein Blatt da eine Blüte, wunderschön die gelben Wiesen anzusehen, überall strecken die gelben Blüten des Löwenzahns ihre Nase Richtung Himmel  in die Frühlingssonne.

Ich kann jedem empfehlen nur einmal in dieser Zeit sich mitten hinein  in das Meer aus gelben Sonnen zu legen, die Augen zu schließen und einfach an nichts denken.  Nur den Duft der Blüten wahr zu nehmen und entspannen. Aber der Löwenzahn kann natürlich noch viel mehr, mit seinen Bitterstoffen hilft er uns die Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen und unseren Körper in Schwung zu halten. Egal ob Blüten, Blätter oder die bitteren Wurzeln, immer wieder ein wenig in den Speiseplan mit einbauen.

Die " Maiwipferl" beginnen zu wachsen, hellgrün leuchten sie von den Fichten. Sie schmecken nach Zitrone und Wald, duften wunderbar und wer kennt ihn nicht den "Wipfersirup" der uns für den kommenden Herbst  und Winter in der  Zeit der Erkältungen  gute Dienste leisten wird. 

Die Gundelrebe blüht in allen Gärten, feine zarte lila Blüten, wenig davon verwenden, denn sie hat einen gar intensiven Geschmack, aber ein paar kleine Blättchen und Blüten  in einem Kräutersüppchen schmecken herrlich.

Der Girsch oder Erdholler wie er auch genannt wird, ist oft ein ungebetener Gast in so manchen Gärten. Je mehr man daran zieht desto mehr wird er wachsen. Aufessen ist hier die Devise, schmeckt er doch wirklich gut,  ist gesund und man kann leckere Gericht daraus kochen. Probiert doch einfach einmal ein Pesto mit dem Girsch aus, ihr werdet erstaunt sein.

Natürlich gibt es jetzt im April noch  mehr zu ernten, die Brennnessel steht jetzt im saftigem grün, die Gänseblümchen zeigen ihre Blüten überall, die zarten Blätter der Schafgarbe passen  sehr gut in eine Eierspeise und der Spitzwegerich mit seinen lanzettlichen Blättern schmeckt sehr gut in einem Wildkräutersalat.

 

Wichtig bei all unserer Sammelleidenschaft der Kräuter und Blüten, immer nur so viel sammeln wie ich brauche, immer nur Pflanzen mitzunehmen die ich zu 100% kenne und vor allem nie nur an einer Stelle sammeln. Lassen wir unseren Bienen und anderen Insekten genug übrig, aber auch die Pflanzen brauchen ihre Blüten um wieder Samen bilden zu können. Dann bleibt auch unsere Natur im Gleichgewicht und wir alle können uns an ihr erfreuen.