Die Vogelmiere  ( Stellaria media)

Einfach nur wunderschön anzusehen und in ihrer Zartheit kaum zu übertreffen blüht das "Sternenkraut" in einem milden Winter oft schon sehr früh  ,  die kleinen Blüten sind sternförmig  und besitzen fünf weiße Kronblätter, tief eingeschnitten den Eindruck erweckend, sie würden  zehn, statt fünf  weiße Kronblätter besitzen. Der Stängel ist rund und  deutlich einseitig, leicht behaart.

Das ganze Jahr über kann man sie ernten, doch vor allem jetzt im Vorfrühling freue ich mich immer besonders auf das zarte grün und kann es kaum erwarten es in meiner Küche  zu verarbeiten.

Schon unter der leichten Schneedecke beginnt die Vogelmiere  zu wachsen und wartet nur darauf gepflückt zu werden. Laut Pfarrer Künzle enthält sie alle lebenswichtigen Vitamine und Spurenelemente, welcher unser Körper gerade im Frühling sehr gut gebrauchen kann.

Das leicht nussige oder nach jungem Mais schmeckende Wildgemüse, sollte am besten roh gegessen werden. Ich verarbeite es sehr gerne als Pesto, oder gebe es in meinen Wildkräutersalat.

Versucht doch auch einmal das zarte grün in einem Aufstrich oder einfach auf ein frisches Bauernbrot mit Butter. Es lohnt sich auf alle Fälle unsere Vogelmiere in den Speiseplan im Frühling mit einzubauen.

Verwechslungen gibt es fast keine, einzig und alleine der Acker-Gauchheil, besiedelt den fast selben Lebensraum wie die Vogelmiere, auch wenn er keinesfalls so häufig anzutreffen ist wie diese. Er ist zwar nicht giftig aber unverträglich. Sobald sich seine Blüten in zartem rot oder blau bilden, ist er mit der Vogelmiere nicht mehr zu verwechseln,  besitzt er außerdem auch noch einen vierkantigen Stängel und hat  keine einseitige Behaarung.

Solltet ihr jedoch trotzdem noch unsicher sein, besucht doch einmal einen Kräuterworkshop in Eurer Nähe oder  lasst Euch bei einer Kräuterwanderung von den Vorzügen dieses gesunden Wildkrautes überzeugen. 

 

Das echte Johanniskraut - Hypericum perforatum

Paracelsus meinte:" Ihre Tugend kann gar nicht genug beschrieben werden. Es ist nicht möglich eine bessere Arznei für Wunden zu finden. Es ist  ein Allheilmittel mit höchster Wirkkraft."

 

Arnika der Nerven oder auch Hexenkraut so wurde das Johanniskraut bezeichnet. Wer solche Namen trägt muss schon eine außergewöhnliche  Pflanze sein.

In der Antike war es vor allem zur Wundheilung gedacht, aber schon Paracelsus berichtete im 16 Jahrhundert erstmals über eine Wirkung als Antidepressiva. 

 

An Johanni, dem Tag der Sonnenwende ( 21. Juni) wenn unsere Sonne ihren höchsten Stand erreicht, sollen Pflanzen besondere Kräfte in sich haben. Die Kraft der Sonne, welche alles Leben in sich birgt. 

Dieser Tag wurde früher gefeiert, mit großer Freude mit großen Feuern, es wurde getanzt und die Frauen trugen einen Kranz aus Johanniskrautblüten im Haar.

Sie waren verbunden mit der Natur und den Lichtkräften.

 

Das Johanniskraut gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse.

Als sehr sonnenhungriges Heilkraut liebt es Wiesen und Waldränder.

Typische Merkmale sind der zweikantige Stängel und wenn man die Blätter gegen das Licht betrachtet, sieht es aus, als wenn sie mit einer Nadelspitze durchstochen worden wären.

In Wirklichkeit aber sind das winzige Drüsen  mit Harz und ätherischen Ölen, welche im Blattgewebe eingelagert sind.

Die sichtbaren dunklen Pünktchen enthalten den Farbstoff Hypericin, welches auch dafür verantwortlich ist, dass unser Ölauszug so rot wird.

Von Juni bis September steht das Johanniskraut in der Blüte. Zerreibt man die kleinen, zarten Blüten tritt der rote Wirkstoff aus, dies ist auch noch ein gutes Erkennungsmerkmal. 

Das Johanniskraut verbessert in unserem Organismus die Lichtaufnahme und wirkt daher stimmungsaufhellend, wie ein Sonnenschein  für unsere Seele. 

Allerdings kann es bei empfindlichen Personen eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht auslösen.

Johanniskraut ist in jeglicher Hinsicht ein sogenanntes Nervenmittel. sowohl innerlich als auch äußerlich.

Bei Hexenschuss, Rheuma oder Gicht hat das sogenannte "Rotöl"  schon so manchem geholfen.

 

Wenn man wirklich Johanniskraut einnehmen möchte, sollte man sich allerdings immer an einen Arzt oder Apotheker wenden um die richtige Dossierung einzuhalten.

 

Ein Schlafkissen allerdings ist immer zu empfehlen,  in eine Hülle aus Baumwolle  -  Rohwolle, getrocknetes Johanniskraut sowie Melissenblätter, Lavendel und Hopfen einfüllen und zunähen. Beruhigt und sorgt für guten Schlaf.

Vielleicht möchtet Ihr heuer um den 21. Juni herum auf die Suche gehen, Ausschau halten nach diesem starken und wirkungsvollem Sonnenkraut und Euch ein Rotöl daraus machen  oder ein wenig davon trocknen um es im Winter zu verwenden. Auf alle Fälle tut es uns und unserer Seele gut.